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Kernberggebiet und Wöllmisse

Mittlere Horizontale 13 km
Untere Horizontale 10.5 km
Obere Horizontale 10.9 km
Zum Fuchsturm 10.8 km
Johannisberg-Horizontale 11.4 km
Klugescher Oberweg 7.5 km

Mittlere Horizontale 13 km

Die Kernberg-Horizontale ist der bekannteste Wanderweg im engmaschigem Wegenetz um Jena und gehört zum "Pflichtprogramm" jedes Läufers, der in Thüringens ältester Universitätsstadt trainiert. Bedingt durch den Jenaer Kernberglauf, der seit 1977 jährlich mit ca. 1000 Teilnehmern vom USV Jena e. V. organisiert wird, ist dieser landschaftlich reizvolle Weg weit über die Stadtgrenzen bekannt. Heute gibt es außerdem noch den Lobdeburglauf und die 100-Kilometerwanderung "Rund um Jena", die die Horizontalen als Wettkampfstrecke nutzen.
Viele Läufer, selbst aus Jena, wissen aber nicht, dass es mehrere Horizontalen in den Kernbergen und anderen Waldgegenden um Jena gibt. Die ersten Wanderwege um Jena wurden bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt. Ein Major v. Knebel machte sich verdient um sie. Er war der illegitime Sohn des Weimarer Großherzogs und Förderer Goethes Carl August. Der Goethefreund v. Knebel hat ihn als Vater aufgezogen und seinen Namen gegeben, und Carl August sorgte sich um die standesgemäße Ausbildung.
Diese Wanderwege, die dann besonders durch Arbeitsfördermaßnahmen in der Weltwirtschaftkrise Anfang der 1930er Jahre deutlich an Länge zugenommen hatten, sind vielfach miteinander verknüpft und bieten dadurch die Möglichkeit, Streckenführung und Streckenlänge beliebig zu variieren.

Ausgangspunkt für die "Standardhorizontale" ist das Institut für Sportwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität in der Seidelstraße 20. Dessen Gebäudekomplex ist ein traditionsreicher Ort für die Laufbewegung in Deutschland. Hier entstanden Mitte der 1970er Jahre der GutsMuths-Rennsteiglauf und der Jenaer Kernberglauf. Hier wurde und wird, zum Teil noch heute zu den verschiedensten Fragen der Laufbewegung geforscht. Hier hatten die Jenaer Anfängerlaufkurse ihren Ausgangspunkt, und hier war die Laufgruppe des Universitätssportvereins, eine der größten und stabilsten in Thüringen, jahrzehntelang beheimatet.

Das Institut für Sportwissenschaft oder auch die "Muskelkirche", wie es im Volksmund vor allem wegen seiner markanten Dachgestaltung mit drei Türmchen genannt wird, erreicht man vom Stadtzentrum mit der Straßenbahn (Linien Neulobeda Ost bzw. West). Bei der Haltestelle "Jenertal" steigt man aus und überquert die Schnellstraße. Hier ist der Parkplatz Seidelstraße, den man nutzen kann, wenn man mit dem Auto kommt.
Vorbei am Gebäude der Muskelkirche gelangt man zur Wöllnitzer Straße, die man nach nicht einmal 100 Meter an den Teufelslöchern nach links verlässt. Die Teufelslöcher sind ein markanter geologischer Aufschluss des oberen Buntsandsteins mit eingelagerten Fasergipsbändern. Kleinere Höhlen, die heute verschlossen sind, wurden früher als Sandgruben zur Gewinnung von Scheuersand genutzt. Goethe und Humboldt zählten zu den berühmtesten Besuchern dieser Höhlen. Im Krieg waren sie zeitweilig Luftschutzbunker. Heute fühlen sich hier vor allem Fledermäuse zu Hause.

An diesen Teufelslöchern vorbei führt unser Weg als Hohlweg steil bergauf bis zur Kernbergstraße. Auf ihr geht es weiter nach rechts bergauf, vorbei am parkähnlichen Gelände der ehemaligen Trüperschen Erziehungsanstalt, bis die Straße nach 150 m endet und der Wanderweg zur Horizontale beginnt. Dieser ist anfangs wieder ein Hohlweg mit starker Steigung. Ein Wegweiser gibt uns die Richtung an. Der nächste Wegweiser steht an einem Wegekreuz, wo wir die Hohle nach rechts verlassen und einen Serpentinenweg bis zur Kupferplatte allmählich bergauf laufen. Die Kupferplatte (300 m über dem Meeresspiegel und ca. 150 Höhenmeter über Jenas Stadtzentrum) ist ein markanter Aussichtspunkt mit schönem Blick über Jena in Richtung Westen. Auf der Platte sind wichtige Berge und Ausflugsziele, die man von hier aus sehen kann, eingetragen.

Wir befinden uns jetzt auf der mittleren Horizontale. Von der Kupferplatte aus kann man die Horizontale in südliche oder in nördliche Richtung laufen. Da sie die Kernberge umrundet, wird man am Ende wieder an der Kupferplatte ankommen. Sie hat durchgängig eine rot/weiße Markierung. Die Streckenlänge einmal um die Kernberge, die wir jetzt laufen wollen, beträgt ca. 10250 m. Der Weg ist stellenweise nur einen Meter breit. Bereits die ersten Meter in südlicher Richtung, die wir laufen wollen, bieten einen guten Eindruck von dem, was uns erwartet. Linker Hand steil bis zu 50 m aufragender Kalkfelsen. Rechter Hand mindestens ebenso tief steiler Abhang. Nach 250 m passieren wir die "Studentenrutsche", eine noch aktive Kalkgeröllschütte, die früher Studenten als Mutprobe hinunterrutschten.
Da die Strecke im wesentlichen immer auf einer Höhe bleibt, passt sie sich ständig den Vorsprüngen und Tälern des Kernbergmassivs an. In den Tälern führt sie durch dichte Bestände an Schwarzkiefern. Ansonsten bieten sich bei guter Witterung phantastische Ausblicke nach Süden über Lobeda, die Autobahn, die Leuchtenburg bis zu den Kämmen des Thüringer Waldes hinter Saalfeld. Je nach Jahreszeit kann man linker Hand am Hang mit geübtem Blick verschiedene heimische Orchideen (Händelwurz, Braunroter Sitter, Helm- und Purpurknabenkraut u. a.) entdecken.

Nach 2.3 Kilometern erreichen wir die Diebeskrippe - eine Felsspalte, die durch einen noch aktiven Felsabsturz entstanden ist, was zur Bildung einer malerischen Schlucht geführt hat, die stellenweise bis 10 m tief ist. Diese soll früher von Dieben als Unterschlupf genutzt worden sein. 300 m weiter ist der Weg nach rechts zum Pennickental durch ein Stahlseil gesichert. Der dahinter befindliche senkrechte Fels entstand durch einen Steinbruch, der aber schon seit über 50 Jahren stillgelegt ist. In dem folgenden Tal kreuzen wir den Wanderweg des Fränkelsgrundes, der aus dem Tal kommend bis zum Bergplateau führt.

Beim Kilometer 4.5 von der Kupferplatte endet der Horizontalweg erst einmal. Einen kleinen Abstieg hinab nach rechts stehen wir vor dem Fürstenbrunnen. Hier haben 1552 die Bürger Jenas und die Studenten der neu gegründeten Hohen Schule, der späteren Universität, Johann Friedrich I. begrüßt, als er aus der Gefangenschaft beim Kaiser Karl V. kommend nach Jena kam. Der sächsische Kurfürst war der wichtigste Gegner des Kaisers und führte die protestantische Partei in den militärischen Auseinandersetzungen an, die als Schmalkaldischer Krieg in die Geschichte eingegangen sind. Nach der Niederlage der Protestenten bei Mühlberg 1547 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt, verlor die Kurwürde und den Großteil seiner Ländereien, einschließlich der Universität Wittenberg. Die ersten Schritte zur Neugründung einer Landesuniversität wurden bereits 1548 in Jena vollzogen. Ein Gedenkstein für dieses Zusammentreffen wurde von Anton v. Ziegesar, dem Kurator der Universität, 1832 aufgestellt.

Wir wollen aber das enge Tal links aufwärts laufen und dem Markierungszeichen der kurzen Strecke (15km) des Jenaer Kernberglaufes (rotes JK) folgen, um über das Kernbergplateau auf die nördliche Seite oder den Ziegenhainer Zweig der Horizontale zu kommen. Wir überwinden auf 850 m Weg über 100 Höhenmeter. Kurz bevor wir die Höhe erreichen, müssen wir dabei ein kurzes Stück über viele Wurzeln und durch Morast laufen, der in dem dichten Buchenwald auch im Sommer nur selten austrocknet. Immer das Markierungszeichen des Jenaer Kernberglaufes "JK" vor Augen erreichen wir nach 200 m eine asphaltierte Straße. Hier steht ein Steinkreuz, welches ein altes Sühnekreuz ist, das zu einem Wegweiser umgearbeitet wurde. Der hier neu angelegte Parkplatz bietet Läufern, die die starke Steigung zu Beginn unserer Strecke umgehen möchten, die Möglichkeit, bis hierher mit dem Auto zu fahren und von hier die Kernberge auf der Horizontale zu umlaufen.

Wir folgen jetzt der steil abfallenden Straße nach links durch ein keines Waldstück. Nach knapp 400 m, wenn links der Wald wieder anfängt, zweigt nach links sehr schmal der Einstieg zur Horizontale ab. Ein Wegweiser und die doppelte Kernberglaufmarkierung (rot und blau), nach der wir ab Steinkreuz laufen, sorgen dafür, dass wir auch sicher auf der Horizontale sind und wir diesen schmalen Weg nicht verpassen. Er fällt anfangs bergab, bis er das Horizontalenniveau erreicht. Im Gegensatz zur Südseite ist der Nordabhang der Kernberge dicht bewachsen. Buchen sind die überwiegende Baumart und bieten Frühjahrsblühern günstige Bedingungen, aber auch der Türkenbund ist im oberen Teil vielfach zu finden. Für den Läufer ist besonders im Spätherbst das dichte Laub auf dem Weg gefährlich. Kann er doch darunter befindliche Wurzeln und Steine oft nicht ausmachen. Der leicht abschüssige Weg verführt oft zu schnellerem Lauftempo, sollte aber besonders aufmerksam vorausschauend beobachtet werden.
Die landschaftlichen Ausblicke halten sich durch den Bewuchs in Grenzen. An freien Stücken sieht man das Dörfchen Ziegenhain mit seiner markanten, halbfertigen mittelalterlichen Wallfahrtskirche und dahinter auf dem steil aufragenden Hausberg den einzigen weit sichtbare Rest der ehemals vier Hausbergburgen, den Fuchsturm.

Nach ca. 1.5 Kilometern wird der Weg dann wieder eben und führt in sanft am Hang anliegenden Bögen in Richtung Kupferplatte. Nach einem offeneren Teilstück, wo linker Hand wieder der trockene Kalkhang sichtbar wird, zweigt die Kernberglaufmarkierung nach rechts ins Tal ab. Wir können ihr folgen, um spätestens im Hohlweg zur Kernbergstraße wieder auf unseren Aufstiegsweg zu gelangen; oder wer dies verpasst, läuft weiter bis zur Kupferplatte und dann über die Serpentinen bergab, die wir zu Beginn aufgestiegen sind.

Untere Horizontale 10.3 km

Als Ausgangspunkt für den Lauf über die untere Horizontale wählen wir das Universitätssportzentrum in der Oberaue. Hier befindet sich der Treffpunkt für die Lauf- und Walkinggruppen des Universitätssportvereins, die sich immer Dienstags und Donnerstags um 17.00 Uhr hier sammeln, und hier befinden sich auch der Start und das Ziel des Jenaer Kernberglaufes. Eine Finnbahn, die das weitläufige Sportgelände umschließt, sorgt mit mehr als einem Kilometer Länge für günstige Trainingsbedingungen für Läufer bei allen Witterungsbedingungen.

Das Universitätssportzentrum erreicht man mit dem PKW über die Schnellstraße Richtung Lobeda. Am Ernst-Abbé-Sportfeld (erste Ausfahrt rechts), gut erkenntlich durch seine Flutlichtmasten, verlässt man die Schnellstraße nach rechts, umfährt dieses bekannte Fußballstadion des FC Carl-Zeiss Jena rechts und folgt dann den kleinen Wegweisern bis zur Saalebrücke. Rechts sieht man dann bereits das Hauptgebäude des Sportstättenkomplexes, der heute vorwiegend vom Hochschulsport und vom Universitätssportverein genutzt wird.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln gelangt man am schnellsten vom Stadtzentrum mit der Winzerlaer Straßenbahn in die Oberaue. An der Haltestelle Felsenkeller muss man aussteigen, um dann durch einen kleinen Tunnel die Eisenbahnlinie der Saaleeisenbahn zu unterqueren. Ca. 100 m über die Rasenmühleninsel und die Saale, und man steht vor dem Universitätssportzentrum.
Die Laufstrecke beginnt am Universitätssportzentrum. Wir verlassen dieses, laufen entlang der Saale nach links, bis wir nach 300 m den Eingang des Ernst-Abbé-Sportfeldes sehen, durchqueren dieses, indem wir den hinteren Eingang passieren und links am neuen Tribünenbau vorbei zum vorderen Eingang wieder verlassen. Danach müssen wir an einer Ampel die Straßenbahngleise und die Schnellstraße überqueren, um diagonal über den dahinter liegenden Parkplatz zu laufen. In der äußersten süd-östlichen Ecke stoßen wir auf einen Fußweg entlang der Wöllnitzer Straße. Diesem folgen wir, bis er nach knapp 200 m aufhört und wir nach links über die Straße den Borngraben ansteigen müssen. Nach 100 m Anstieg, den man auf Grund der Steilheit ruhig gehen kann, stoßen wir auf den Wöllnitzer Oberweg, eine kleine Straße, die wir nach links laufen. Leicht ansteigend durchquert die Straße nach ca. 600 m das eingezäunte Gelände der ehemaligen Trüperschen Erziehungsanstalt. Wir erreichen nach weiteren ca. 100 m die Kernbergstraße, die wir nach rechts bergauf gehen. Nach ca. 200 m Hohlweg nehmen wir den ersten nach rechts abbiegenden Weg (gelbe Markierung und JK-Zeichen), die Untere Horizontale.

Dieser schmale Wanderweg zieht sich insgesamt 6.5 km anfangs immer am Fuß der Kernbergfelsen entlang um später das Kernbergplateau zu überqueren und auf der Gegenseite wieder am Fuß der Kernberge die Runde zu schließen. Er ist mit einem gelben Strich auf weißem Grund markiert. Dichter Mischwald, verwilderte Obstwiesen, und kurze An- und Abstiege kennzeichnen seinen Verlauf, bis wir nach etwa 900 m rechter Hand an einer langgezogenen steil abfallenden Wiese entlang laufen. Am Ende derselben mündet die untere Horizontale in einen engen Hohlweg, dem wir steil nach links bergauf folgen und nach wenigen Metern aber schon wieder nach rechts verlassen. Etwa 100 m steigt jetzt die Horizontale bergan durch dichtes Buschwerk. Bei Regenwetter kann es hier glitschig sein.

Jetzt wird der Weg ebener, und das Dickicht lichtet sich teilweise, so dass man rechts hin und wieder in größere Gartengrundstücke einsehen kann. Im Frühsommer findet man rechts und links des Weges verschiedene Orchideen. Der Weg steigt leicht bergan und quert einige tiefe Rinnen, um dann nach 700 m einen markierten Querweg zu kreuzen. Jetzt steigt er kontinuierlich bergan. Der Bewuchs wird spärlicher, und wir erreichen nach 400 m den Eingang der Diebeskrippe. Der Weg, auf den wir einmünden, ist die mittleren Horizontale (siehe dort). Wem die Berge reichen, der kann jetzt diese Horizontale zurück bis zur Kupferplatte und dann über den Abstieg bis zum Beginn der Kernbergstraße, am ersten Haus links, den Gartenweg wieder auf dem Wöllnitzer Oberweg zurück laufen, wodurch sich die Strecke auf 9.5 km verkürzt.

Wer noch einen anspruchsvollen Anstieg verträgt, läuft die mittlere Horizontale nach rechts bis in den Fränkelsgrund, steigt hier den Fränkelsgrundweg nach links steil bergauf bis zum Kernbergplateau. Hier beginnt die gelbe Markierung wieder. Wenn die Höhe erreicht ist, sehen wir rechts eine Ruhebank, davor einen alten Grenzstein und dahinter einen Bergfeststein, der von Studenten 1978 gesetzt wurde. Nach zwanzig Metern liegt vor uns eine große Wiese. Sie wird in direkter Fortsetzung des bisherigen Weges nach Norden gequert, bis wir den Hauptwirtschaftsweg am gegenüberliegenden Waldrand erreichen. Diesen ausgefahrenen Weg folgt man bis zum Wegweiser, der rechts bergab zur Talschule zeigt, wo die blau-weiße Markierung der oberen Horizontale (siehe dort) deutlich sichtbar ist. So steil wie es von der mittleren Horizontale bergauf ging, führt jetzt der Weg talwärts.

Auf der mittleren Horizontale angekommen, haben wir jetzt verschiedene Markierungen. Unsere gelb/weiße ist wieder gut erkennbar. Wir folgen derselben bis ins nächste Quertal und dann rechts bergab bis zum Waldrand. Noch bevor wir den Buchenwald verlassen, zweigt nach links ein schmaler Pfad ab, der anfangs leicht ansteigend aber dann deutlich als Horizontalweg wieder unsere untere Horizontale ist. Diesen nehmen wir, bis wir nach 900 m in einem Tal an einer Wegekreuzung mit Wegweiser zur mittleren Horizontale stehen. Einige Naturstufen rechts bergab dann gleich nach links, und wir erreichen nach 100 m unseren Ausgangspunkt auf der unteren Horizontale. Wir steigen nach rechts vorbei an den Resten einer Aussichtsbank über die Böschung zur Wiese und laufen so zurück zum Universitätssportzentrum, wie wir gekommen sind.

Obere Horizontale 10.9 km

Die obere Horizontale führt über etwa 7 Kilometer immer am Rand des Kernbergplateaus entlang. Wir erreichen sie wie bei der mittleren Horizontale über den Aussichtspunkt an der Kupferplatte oder über den Parkplatz am Steinkreuz (siehe "Mittlere Horizontale"). In unserer Beschreibung wollen wir den Anstieg über die Kupferplatte wählen. Von diesem Aussichtspunkt laufen wir die mittlere Horizontale ca. 40 m nördliche Richtung, bis nach rechts im spitzen Winkel ein schmaler Fußweg abzweigt. Diesem folgen wir über viele Serpentinen bergauf. Man könnte auch die direkte Abkürzung auf der Bergnase nutzen, die die Serpentinen schneidet, dann kann man aber nur noch gehen, weil es stellenweise zu steil wird. Auf einem kleinen Vorplateau gabelt der Weg, der ab jetzt blau/weiß markiert ist.

Wir nehmen den rechten Weg, der durch dichtes Dickicht und Schwarzkiefernbestände, immer mit wenigen Metern Abstand, parallel zur Felskante verläuft. Nach 250 m folgt eine scharfe Linksbiegung und dann steigt der Weg anfangs allmählich und dann steiler bergan. Nachdem wir die Höhe erreicht haben, wird der schmale Weg ebener, und wir sehen über eine kleine Wiese nach rechts an einem Abhang eine Mauer. Ein kleiner Fußweg führt zu ihr. Von vorne betrachtet ist es eine Steinbank mit Gedenkstein für den bedeutenden Zoologen Ernst Haeckel. Ihm zu Ehren wurde sogar der Bergvorsprung als Haeckelhöhe benannt. Von hier hat man einen herrlichen Ausblick über das Pennickental zum Johannisberg und weiter über das Saaletal in südliche Richtung.

Laufen wir aber zurück und folgen der blau-weißen Markierung, dann wird der Weg zu einem Laubengang, den Buschwerk, Schlehen, wilde Äpfel- und Birnbäume, Wildrosen, Schwarzkiefern und alles durchzogen von Waldreben bilden. Er ist wie eine undurchdringliche Mauer. Nur durch ständige Pflegearbeiten wird dieser Weg auf Dauer belaufbar sein. Dort wo es lichter, wird erkennen wir erstmals linker Hand die großen Wiesenflächen des Kernbergplateaus. Eingangs eines Hochwaldstückes steht ein markanter Hochstand. Hier geht ein gut markierter und ausgeschilderter Weg nach rechts ins Tal zur mittleren Horizontale. Wir laufen noch 40 m gerade weiter, um dann nach rechts der blauen Markierung zu folgen. Eine kleine Wiese müssen wir überqueren, um auf der Gegenseite einen kurzen Abhang hinab wieder auf die deutlicher zu erkennende Horizontale zu kommen. Vorbei an einigen alten Bombentrichtern, die aus dem zweiten Weltkrieg stammen, als sich auf dem Kernbergplateau mehrere Flakstellungen befanden, müssen wir durch dichten Hochwald, bis wir auf einen steilen Abhang stoßen. Der Weg ist jetzt stellenweise stark verwachsen. Nach links immer dicht am Abhang kann man in aber nicht verfehlen, bis man nach 200 m eine große Wiese und nach weiteren 100 m einen breiteren Fahrweg erreicht wird. Rechter Hand können wir immer wieder Ausblicke in das tief eingeschnittene Pennickental genießen.

Nach 600 m in einem Waldstück zweigt ein Weg nach rechts ins Tal ab, der durch den Fränkelsgrund ins Pennickental führt. Eine Bank, ein alter Grenzstein und ein Bergfeststein sind hier markante Orientierungspunkte. Wir folgen dem Weg auf der Höhe, bis er auf einen breiteren befahrenen Waldweg endet. Unsere Markierung weist nach rechts vorbei an einer Jagdhütte und dann 150 m wieder links über eine versteckte kleine Waldwiese. An der südöstlichen Ecke wird die obere Horizontale ein sehr schmaler Fußweg, der durch sein ständiges leichtes bergauf und ab geradezu zum Fahrtspiel (Tempowechsellauf) einlädt. Wir laufen immer an der bewaldeten Hangkante entlang unter einer Hochspannungsleitung durch, bis die blau-weiße Markierung im rechten Winkel bergab führt. Hier müssen wir entscheiden, ob wir auf der Höhe bleiben oder noch eine starke Steigung mitnehmen wollen. Entscheiden wir uns für die Höhe, dann steigen wir nach links einen Trampelpfad über eine mit Brombeeren dicht bewachsene Böschung ca. 30 m aufwärts, um auf einem breiten Wiesenweg zu landen. Auf diesem überqueren wir in nördlicher Richtung an einer Waldkante das Kernbergplateau, bis nach 350 m der Hauptwirtschaftsweg der über das gesamte Plateau führt erreicht wird.

Entscheiden wir uns für den zusätzlichen Anstieg und die Verlängerung der Runde um ca. 2.5 km, dann folgen wir der Markierung nach rechts durch einen Buchenwald und steil bergab über mehrere Serpentinen in das Seitental, welches vom Fürstenbrunnen (siehe mittlere Horizontale) zum Steinkreuz führt. Dieses müssen wir nach links steil bergan steigen bis zum Steinkreuz. Am Steinkreuz folgen wir der Fahrstraße ca. 40 m bergab, um dann den Hauptwirtschaftsweg nach links abzubiegen, welcher durch eine Schranke für Fahrzeuge gesperrt ist. Nach ca. 900 m durch die Wiese treffen wir an einer Waldecke wieder auf eine kürzere Variante.

Den Hauptweg laufen wir jetzt 750 m, bis ein breiter Weg rechts in Tal fällt. Der Wegweiser zeigt an, dass es hier zur Talschule geht. 20 m verfolgen wir diesen Weg um dann nach links abzubiegen. Ein Holzgeländer und unsere blau-weiße Markierung führen uns wieder auf die obere Horizontale. Ähnlich wie zu Beginn schlängelt jetzt ein schöner Waldweg mit vielen kleinen Bögen, Steigungen und Gefällestücken immer an der Hangkante entlang. Interessante Steine, so nach ca. 500 m ein Bergfeststein und später der Dietrichstein, der an einem markanten Aussichtspunkte steht und der nach einer bekannten Jenaer "Botanikerfamilie" benannt wurde, finden wir auf dieser Strecke. Nach diesem geht es ein kurzes Stück steil bergab, um dann gleich wieder anzusteigen.

Nach 500 m erreichen wir einen hohen eingezäunten Antennenmast, den wir rechts umlaufen. Wir müssen aber noch etwa 750 m weiter auf dem Horizontalweg laufen, um an den Serpentinen oberhalb der Kupferplatte herauszukommen, die wir aufgestiegen sind. Jetzt geht es steil bergab zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Zum Fuchsturm 10.8 km

Der Fuchsturm gehört zu den "sieben Wundern" von Jena, und eine Wanderung zu ihm ist im Pflichtprogramm jeder traditionsbewussten Jenaer Familie fast jedes Jahr enthalten. Er ist der weithin sichtbare Rest von vier Burgen, die zwischen der Jahrtausendwende und dem 16. Jahrhundert auf dem Hausberg standen. Verschiedene Lauf- und Wanderstrecken führen zu ihm. Wir wollen eine wählen, die von Läufern des USV Jena bei besonders hohen Temperaturen genutzt wird, da sie weitestgehend durch schattige und kühle Buchenwälder am Nordhang des Berges führt.
Ausgangspunkt ist das Institut für Sportwissenschaft in der Seidelstr. 20. Wir erreichen es wie bei der "Mittleren Horizontale" beschrieben.

Von hier laufen wir die Seidelstraße parallel zur Schnellstraße in Richtung Innenstadt. Am Ende der Seidelstraße kommen wir auf den Petersenplatz, dessen kleine Parkanlage noch die Denkmalsplatte von Marx und Engels ziert, die vor der Wende die Namensgeber des Platzes und der angrenzenden Straße waren. Engels durfte seine Straße behalten, die wir nach überqueren des Platzes an der nord/östlichen Ecke einige Meter bergauf laufen. Nach wenigen Metern führt an der linken Straßenseite eine Treppe zwischen Gartenzäunen aufwärts vorbei an dem Gemeindehaus der Luthergemeinde mit seinem frei stehenden Glockenstuhl. In Laufrichtung folgen wir etwa 50 m der Hügelstraße, um dann nach rechts in den Dietrichweg einzubiegen. Die ersten 100 m geht er sehr steil bergauf. Danach wird es ebener bis zur Einmündung in den Burgweg. Gegenüber der Einmündung liegt in einem Park das Gebäude des Geowissenschaftlichen Institutes mit seinem markanten Zwiebelturm. Um diese Anlage herum steigt jetzt nach links der Burgweg immer steiler bergan. Wir können auf dem gesondert angelegten Fußweg laufen. Nach 500 m Anstieg stehen wir vor der Stützmauer der Wilhelmshöhe, einer beliebten Ausflugsgaststätte, die aber nach ihrem Neubau Ende der achtziger Jahre viel von ihrem Charme verloren hat. Wir nutzen die nach links führende Auffahrt und oben angekommen, genießen wir den herrlichen Ausblick über die Stadt und verschnaufen ein paar Sekunden.

Weiter geht es dann an der nord-östlichen Ecke des Parkplatzes auf dem mittleren und breitesten Forstweg, der im hohen Buchenwald verschwindet. Wir passieren die Schranke, die verhindert, dass der Weg durch Anlieger und Sonntagsfahrer strapaziert wird. Der Weg steigt kontinuierlich aber moderat bergan. Linker Hand sehen wir unterhalb des Weges am Waldrand zwei Kuppeln von Wasserbehältern einer Fernwasserleitung, die vom Thüringer Wald kommend Jena mit Wasser versorgt. Rechts oberhalb von uns begleitet unseren Weg ein Steilhang, durchbrochen von Felsbändern des im Raum Jena vorherrschenden Kalksteins.

Nach 1.7 km kommen wir auf ein großes Wegedreieck. Der Hauptweg führt nach links bergab. Wir folgen dem rechten Abzweig, um nach wenigen Metern in den kleinen Fußweg einzubiegen, der etwa unsere bisherige Richtung beibehält. Anfangs eben fällt dann der schmale Weg allmählich bergab und biegt in einem großen Bogen nach rechts. Noch 300 m und der Weg endet an einem Wiesenrand auf einem Querweg. Diagonal über die Wiese führt abwärts schon ein Trampelpfad, dem wir folgen, um nach 80 m auf einem breiten Fahrweg anzukommen. Linker Hand im Tal sehen wir die Häuser von Jenaprießnitz.

Wir laufen auf dem Hauptweg nach rechts bergauf erst über einen Wiesenhang und dann im Laubwald. Nach 700 m kommen wir auf eine Wiese. Unser Weg verläuft am rechten Wiesenrand, bis wir eine asphaltierte Straße erreichen. In 100 m Entfernung erkennen wir links einen Parkplatz und dahinter das Steinkreuz. Wir sind auf der Straße von Ziegenhain zum Fuchsturm. Dieser folgen wir nach rechts, mal eben und dann wieder ansteigend, um nach 1.5 km im Wald auf einen Parkplatz stoßen, der rechts in einem tiefen breiten Graben liegt. Dies ist der erste Verteidigungsgraben der vier Hausbergburgen. Diese Burg mit dem Namen "Wintberg" existierte seit dem 12. Jahrhundert hier. Eine große Informationstafel gibt Auskunft über historische Hintergründe und Lage der Burgen.

Wer etwas historisches Interesse besitzt, sollte den kleinen Fußweg hinter der Tafel nach rechts bergauf in das Gelände der ehemaligen Burg laufen. Außer einigen Ausgrabungsfunden ist hier besonders die Weihestätte der Thüringer Berg- und Burggemeinden sehenswert. 1935 zum 75-jährigen Geburtstag der Fuchsturmgemeinde, einer der ältesten Burggemeinden in Deutschland, haben 37 Berg- und Burggemeinden aus Thüringen Originalsteine ihrer Berge im Kreis gesetzt. Daher findet man heute also Gestein vom Inselberg und vom Schneekopf usw. auf dem Hausberg.

Wir verlassen diese Stätte nach links bergab oder über die Brücke zum Gelände der zweiten Burg. An Öffnungstagen der Burggaststätte kann man auf einer schmalen Brücke, an deren Stelle früher die Zugbrücke der Burg vorstellbar ist, den zweiten tiefen Burggraben überwinden. Heute sind Garagen und Abstellschuppen im Burggraben, der früher zeitweise als Bärenzwinger genutzt wurde. Die Gaststätte selber wurde in der heutigen Form erst in diesem Jahrhundert auf den Resten der Burg erbaut.

Verlassen wir den Hof der Gaststätte, stehen wir unmittelbar vor dem Fuchsturm, den Rest der zweiten Hausbergburg, die den Namen Kirchberg trug und als Ministerialienburg zum Schutz des Königshofes "Kirchberg" erbaut wurde. Der Turm beeindruckt durch seine Höhe und seine Mauerstärke. Die moderne Turmabdeckung stammt aus dem "Weltkrieg" als der Turm als Fliegerbeobachtungspunkt noch einmal eine militärische Funktion erhielt. Nach dieser Burg nannten sich die Kirchberger, ein einflussreiches Adelsgeschlecht am kaiserlichen Hofe, deren Stammburg, Kapellendorf bei Apolda, noch heute von deren Macht zeugt. Wer es nicht so eilig hat, kann ein Treppentraining bis auf diese Aussichtplattform einlegen. An Wochenenden empfiehlt es sich aber nicht, da viele Besucher auf der engen Treppe ein zügiges Vorwärtskommen sicher behindern.

Weiter geht es rechts neben dem Turm den Weg bergab bis in den nächsten Burggraben. Hier kann man entscheiden, zwischen der schattigen Variante rechts am Berghang entlang dem Wanderweg bis zur Wilhelmshöhe oder links den Höhenweg mit schönen Aussichtspunkten, aber stärker in der Sonne.
Wir nehmen den linken Weg und beobachten rechter Hand in regelmäßigen Abständen tiefe Gräben, die zum Teil von den beiden übrigen Burgen stammen. Reste von ihnen findet nur der Suchende, da die Mauerreste einer Zisterne und ein unterirdischer Gang im dichten Buschwerk verborgen sind. Dieser Teil stammt nach neuesten Theorien von der ältesten Hausbergburg der Königsburg Kirchberg aus dem 10. Jahrhundert. Die vierte Burg markiert sich nur noch in Geländeformen ganz am vorderen Ende des schmalen Bergrückens. Sie hatte den Namen "Greifberg". Deren Reste umlaufen wir links, um dann über einen Serpentinenweg abwärts bei der Wilhelmshöhe zu landen. Von hier geht es dann auf dem gleichen Weg zurück, den wir gekommen sind.

Johannisberg-Horizontale 11.4 km

Ausgangspunkt ist der Parkplatz unterhalb der Lobdeburg. Diesen erreichen wir mit der Straßenbahnlinie Lobeda Ost. Wir steigen an der Station Platanenstraße aus, unterqueren die Straße durch den Fußgängertunnel und folgen dann der gegenüber beginnenden Theo Neubauer Straße kurz bergauf und dann nach rechts, bis nach ca. 550 m nach rechts die Straße "Unter der Lobdeburg" unterhalb eines Schulkomplexes abzweigt. Nach 150 m laufen wir wieder nach rechts und jetzt bergauf, finden nach 300 m links einen großen Parkplatz. Mit dem PKW können wir genauso fahren oder durch Altlobeda über den Markt nach links immer bergauf bis zur Nikolaus-Theiner-Straße. Dann ca. 100 m nach rechts um dann nach links in den Lobdeburgweg einzumünden; diese dann bergauf, bis linker Hand der Parkplatz sichtbar wird. Der Parkplatz war früher Startort der 50 km langen Strecke des Städtelaufes Jena-Gera, und heute wird er für den Lobdeburglauf genutzt.

Von hier laufen wir die Fahrstraße in einer großen Serpentine bergauf. Dieses Teilstück ist eine beliebte Berglaufstrecke, wo auch schon Wettkämpfe stattfanden. Die Straße endet an der völlig erneuerten Ausflugsgaststätte Lobdeburgklause. Man kann auch den kürzeren aber dafür steileren Fußweg wählen, der die Serpentine schneidet.

Von der Lobdeburgklause folgen wir dem Wegweiser zur Lobdeburg. über einige Naturstufen geht es den Wanderweg bergauf bis in den unteren Burgbereich dieser architektonisch interessanten romanischen Burgruine. Bereits im 12. Jahrhundert wird sie als Stammsitz der Lobdeburger genannt, die von hier aus unter anderem Lobeda und Jena gründeten und bis nach Elsterberg ins Vogtland ihren Einflussbereich ausbauten. Am kaiserlichen Hofe stellten sie wichtige Ministerialen. Auch sonst waren sie bis ins 13./14. Jahrhundert sehr einflussreich. Ein Fürstbischof von Würzburg entstammte dem Lobdeburger Geschlecht.

Wir verlassen die Reste der Burg, vorbei an dem noch erkennbaren Eingangstor und nehmen den nach links ansteigenden schmalen Fußweg. Durch den zweiten Verteidigungsgraben nach links gelangen wir auf einen schmalen Bergsporn. Nach 50 m steilem Aufstieg zweigt nach links die Jonnisberghorizontale ab. Ein Wegweiser zum Fürstenbrunnen und eine rot/weiße Markierung weisen uns die Richtung. Ab der Lobdeburg stoßen wir auch hin und wieder auf die blaue Kernberglaufmarkierung, die allerdings genau entgegengesetzt unserer Laufrichtung verläuft und daher oft nicht zu sehen ist.

Die Johannisberghorizontale schmiegt sich dicht an den Steilhang. Sie durchquert anfangs mit leichten Ab- und Anstiegen größere Schwarzkiefernbestände. Nach etwa einem Kilometer wird es lichter. Nach einem weiteren Kilometer führt die Horizontale rechts um eine Bergklippe herum, und wir kommen auf ein völlig freies Stück, welches früher den Namen "Dolomitenweg" führte. Rechts steigen die Felsen fast 100 m in die Höhe. Links ist ein steiles und wenig bewachsenes Geröllfeld, so wie man es oft in den Dolomiten findet. Oberhalb der Felsen ist das Johannisbergplateau mit seinen zwei frühgeschichtlichen Fliehburgen. Wer die weite Sicht nach Jena genießen will, sollte lieber stehen bleiben, da der Weg sehr schmal ist. Bei Sonnenschein spürt man deutlich die Wärme, die das Kalkgestein abstrahlt, bei starkem Nordwestwind braucht man zusätzliche Kraftreserven, da er uns ungehindert ins Gesicht bläst.

Nach ca. 500 m biegt der Horizontalweg im scharfen Winkel um eine Felskante nach rechts ins Pennickental. Genau auf dem Berggrat kreuzt ein Trampelpfad, der von dem kleinen Dorf Wöllnitz, welches am Fuß des Johannisberges liegt, auf das Plateau des Johannisberges führt. Vorbei noch an einigen kleineren Kalksteinfelsen führt der Weg jetzt durch dichteren Mischwald. Viele kleine Kurven und Biegungen, kurze An- und Abstiege sorgen für einen ständigen Laufrhythmuswechsel. Es ist fast wie bei einem Fahrtspiel. Die rot/weiße Wandermarkierung leitet uns sicher auf der Horizontale.

In einem tief eingezogenen Seitental kommt die Kernberglaufstrecke von rechts. Unser rot weiß gekennzeichneter Weg steigt jetzt im spitzen Winkel in zwei Serpentinen bergan. Unmittelbar rechts und links am Weg stehen große Grenzsteine von 1823. Nach dem allmählichen Anstieg, vorbei an einer Ruhebank, müssen wir eine steile Naturtreppe wieder abwärts laufen. 250 m weiter vereinen wir uns auf einem breiten, gut ausgebauten Forstweg wieder mit dem Kernberglauf. Wir laufen nach links bergab bis zum Hauptweg im oberen Pennickental am Fürstenbrunnen. Ein breiter, gut ausgebauter Forstweg liegt vor uns. Dahinter über einer feuchten Senke erkennen wir am Gegenhang den Fürstenbrunnen (siehe mittlere Horizontale).

Von hier könnte man jetzt die mittlere Horizontale nach Jena zur Muskelkirche laufen. Wir wollen aber zurück zu unserem Ausgangspunkt. Dazu nutzen wir den breiten Wirtschaftsweg und laufen nach links immer bergab. Rechter und linker Hand erkennen wir noch einige Mergelbrüche, in denen noch bis vor wenigen Jahrzehnten dieser junge Kalkstein für Landschaftsgestaltungen (alpine Gärten) aber auch für die Zahnpastaherstellung gewonnen wurde. Noch heute kann man im kleinen Bächlein, welches uns begleitet, beobachten, wie Blätter und kleine Äste mit einer Kalkschicht umschlossen werden und neuer Kalkstein entsteht.

Nach einem Kilometer am ersten Haus zweigt nach rechts der Fränkelsgrundweg ab, und unser Wirtschaftschaftsweg wird zur asphaltierten Straße. 450 m weiter führt eine Straße nach rechts zu einigen Häusern. Von hier noch 100 m geradeaus weiter verlassen wir die nach rechts abbiegende Straße, um in gerader Richtung leicht bergauf auf den Panoramaweg nach Lobeda zu kommen. Diesen nur teilweise befestigten Fahrweg säumen rechter und später auch linker Hand Gartenzäune. Erst leicht ansteigend geht es dann allmählich bergab bis zu den ersten Häusern von Lobeda. Der Weg wird wieder zur Straße und endet in der Ernst-Thälmann-Straße, der bis in die zwanziger Jahre selbständigen Stadt Lobeda. Diese laufen wir nach links bergauf, vorbei an den Resten des Stadtschlosses der Lobdeburger, welches über Jahrhunderte als Guts- und Wirtschaftbau genutzt wurde und heute eine Schulungseinrichtung (Euroschule) beherbergt. Weiter bergauf die Spitzbergstraße, laufen wir in gerader Richtung dann den Gartenweg, bis wir am hinteren Ende des Parkplatzes an unserem Ausgangspunkt ankommen.

Klugescher Oberweg 7.5 km

Der Klugesche Oberweg ist einer der jüngsten künstlich angelegten Wanderwege um Jena. Die Tradition der Horizontalwege aufgreifend hat der Physiker an der Universität und Rennsteigläufer Dr. Gerhard Kluge in den 1970er Jahren mit Freunden und Studenten die Hauptteile dieses Weges in mühevoller Handarbeit angelegt.
Unsere Laufstrecke beginnt in unmittelbarer Nähe der Lobdeburg. Als Ausgangspunkt wählen wir die Lobdeburgklause unterhalb der Ruine der romanischen Burg. Wie wir hierher gelangen, ist im Kapitel Johannisberg-Horizontale beschrieben.

Von hier steigen wir die Treppen zur Ruine auf. Unmittelbar hinter dem ehemaligen Tor beginnen drei Wege. Wir nehmen den mittleren, der etwa auf gleicher Höhe bleibt und nach Osten führt. Er ist relativ schmal und bleibt ständig am Hang. Durch dichte Kiefernbestände schimmert rechter Hand im Tal immer wieder Drackendorf durch. Die Reste des alten Dorfes mit Kirche, Schlosspark und Wirtschaftsbauten des Schlosses sind dicht umgeben von den Neubauten Neulobedas, Einfamilienhaussiedlungen und Kleingartenanlagen. Das Schloss selber, in dem zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Familie v. Ziegesar engen Kontakt zu den Größen der Weimarer Klassik und Jenaer Romantik pflegte, ist nach 1945 im Zuge der Bodenreform sinnlos zerstört und abgerissen worden. Silvie v. Ziegesar spielte im Leben des alternden Goethe eine nicht unbedeutende Rolle.

Wir durchqueren die Kiefernbestände, und nach etwa 800 m fällt der Weg leicht nach links in ein Tal ab. Wir erreichen einen breiten steinigen Querweg, der von Drackendorf kommend zum Plateau, wo früher das Vorwerk gleichen Namens stand, führt. Hier durchqueren wir einen Bestand von alten Buchen. Diesen breiten Weg folgen wir wenige Meter nach links bergauf, um dann gleich wieder nach rechts auf den rot/weiß markierten Weg abzubiegen. Jetzt wird der Hangweg wieder von dichten Schwarzkieferbeständen gesäumt, zwischen die sich immer wieder Wacholderbüsche mischen. An einer der wenigen Stellen, wo sich der Wald lichtet und einen weiten Blick zur Leuchtenburg gestattet, haben Freunde von Dr. Kluge ihm zum 50. Geburtstag eine Bank errichtet. Etwa 500 m weiter kreuzen wir einen Weg.

Die Wegweiser an dieser Stelle geben Auskunft, dass er von Drackendorf zum Fraitsch, einem ehemaligen Vorwerk des Rittergutes Schlöben führt. Man könnte diesen Weg auch als Novalisweg bezeichnen, nach dem bekannten Romantiker, dessen wirklicher Name Friedrich Freiherr v. Hardenberg war. Dieser, der längere Zeit in Jena lebte und wirkte, war auch Gast im Schloss Drackendorf. Das Rittergut Schlöben war sein Erbe, so das es nahe liegt, dass er diesen alten Weg nutzte, wenn er seinen Onkel, der in Schlöben wohnte, besuchen wollte.
Durch dichte Nadelwälder führt unser Horizontalweg weiter, bis er nach 800 m wieder auf einen Querweg stößt. Wir haben jetzt den Einsiedelberg erreicht, der vermutlich von den Herren v. Einsiedel seinen Namen hat, die in dieser Gegend einen Weinberg besaßen. Die v. Einsiedel sind ein altes geadeltes sächsisches Patriziergeschlecht, welches durch den Silberbergbau im Erzgebirge zu Reichtum gekommen war. Bei der Leipziger Teilung der Wettiner Länder in die albertinische und die ernestinische Linien, an der sie als Ratgeber maßgeblich beteiligt waren, sicherten sie sich u. a. einen Weinberg in dieser Gegend.

Der rot/weiß gekennzeichnete Weg führt jetzt nach rechts ins Tal, um später um den Einsiedelberg herum auf der Gegenseite weiterzugehen. Wir laufen aber nach links bergauf und entdecken als Markierung das blaue "JK" der langen Strecke des Jenaer Kernberglaufes. Nach etwa 150 m endet der Weg an einem Feldrand. Dem JK folgend laufen wie einen ausgefahrenen Weg nach links, der erst leicht bergab und dann steil bergan steigt. Nach 850 m, an einer Wegegabel, bleiben wir auf dem breiteren Forstweg in der bisherigen Laufrichtung auf der Kernberglaufstrecke. Nach 150 m kommen wir auf einen gut ausgebauten Wirtschaftweg. Diesen Hauptweg laufen wir nach links. Erst eben und dann leicht abfallend liegt nach etwa 1.2 km eine große Wiese vor uns. Rechter Hand eine Sitzgruppe mit einer Hinweistafel und linker Hand die markante Sommerlinde. Hier stand früher das Vorwerk Drackendorf.

Wir nehmen jetzt den nach links in südliche Richtung durch die Wiesen verlaufenden Weg. Nach 300 m umlaufen wir in einem kleinen Bogen nach rechts einen Waldzipfel mit einem markanten Grenzstein, welcher das Herzogtum Sachsen Altenburg und das Großherzogtum Sachsen Weimar Eisenach voneinander trennte. Hier finden wir als Wegemarkierung einen grünen Schrägbalken auf weißem Feld. Dem so gekennzeichneten Weg folgen wir in den Wald, dicht an der Plateaukante entlang. Erst geht es leicht bergauf und dann immer steiler bergab. Von der höchsten Stelle, wo eine kleine Waldlichtung liegt, halten wir uns an den linken Weg. Während der rechte grün/weiß gekennzeichnete immer auf der Höhe bleibend durch mehrere tiefe Einschnitte, durch die Verteidigungsgräben der oberen Lobdeburg führt, fällt der linke, den wir laufen, kontinuierlich bergab. Nach 450 m stehen wir vor der Ruine der Lobdeburg, und von hier geht es zurück zu unserem Ausgangspunkt.


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